Woran erkennt man einen Baum?

Laubbäume erkennen

Wie oft steht man vor einem besonderen Baum und wüsste nur zu gerne, um welchen Baum es sich wohl handelt. Nicht immer hat man das Glück, eine typische Baumblüte oder Frucht zu sehen. An den folgenden Kennzeichen kann man einen Baum in einem guten Bestimmungsbuch oder der baumerkennungs-app von baumportal.de leicht erkennen.

Blatt

Die meistgenutzte Bestimmungsmethode für die Baumerkennung ist das Blatt, besonders die Blattform. Es gibt Blätter, die aus einem Teil bestehen und solche, bei denen mehrere Teilblätter an dem Blattstiel sitzen (zusammengesetzte Blätter). Die Bezeichnungen der verschiedenen Blattformen werden meist nach den geometrischen Formen gewählt. Am Häufigsten ist ein Baumblatt eiförmig, rund, dreieckig, herzförmig oder lanzettlich.

Blätter, die sich aus einem Stiel und mehreren Teilblättern zusammensetzen, sind uns beispielsweise von den Eschen bekannt. Sitzt am Ende einer symmetrischen Blattreihe ein einzelnes Blatt, spricht man von unpaarig gefiedert (z. B. Götterbaum). Fehlt dieses Endblatt, gilt es als paarig gefiedert. Teilblätter, die wie beim Kastanienblatt von einem zentralen Punkt ausgehen, werden als handförmig bezeichnet. Entspringen nicht alle Teilblätter einem zentralen Punkt, nennt man das Blatt fußförmig.

Ein weiteres Charakteristikum ist der Rand des Blattes. Blätter sind selten vollkommen glattrandig. Meist sind sie gezahnt wie Apfel, Birke, Espe, Linden u.a. oder gesägt wie Buchenblätter. Typische Vertreter der gebuchteten oder gelappten Blätter liefert die Eiche.

Auch die Blattstellung am Zweig ist ein Merkmal zur Baumerkennung. Stehen die Blätter in regelmäßigem Abstand symmetrisch auf beiden Seiten des Astes, wird die Belaubung gegenständig genannt. Sind die Blätter abwechselnd rechts und links vom Ast angeordnet, heißt das wechselständig. Zur Baumerkennung können weiterhin die Färbung der Blätter (hellgrün, gelbgrün, mittelgrün, dunkelgrün) und die Behaarung beitragen. Es gibt Bäume, deren Blätter auf der Unterseite filzig behaart sind. Eine gute Webseite zur leichten Bestimmung eines Baumes anhand des Blattes ist blattbestimmung.de.

Habitus

Die Wuchsform der Baumkrone (Habitus) ist ein wichtiges Merkmal bei der Baumerkennung, vor allem aus der Ferne. Jeder Baum hat seine eigene Wuchsform. Allgemeingültige Merkmale für die ganze Baumfamilie ist das Bäume eine breite runde Krone (Traubeneiche) oder eine schmalen Krone (Erle) ausbilden. Zwischen einer schmalen Krone und breiten Krone gibt es viele Varianten. Nur wenige Laubbäume wachsen säulenförmig (Säulenpappel) nach oben.

Knospen

Die Baumerkennung im Winter ist am einfachen über die Knospen zu erreichen, da Baumknospen sehr unterschiedlich sowohl in der Farbe (Bergahorn) als auch in der Form (Walnuss) und Anordnung (Bergulme) auf dem Zweig sind.

Rinde

Im Winter stehen oft nur die Rindenmerkmale und Zweige mit Knospen zur Baumerkennung zur Verfügung, falls am Boden keine abgefallenen Blätter liegen. Auch in belaubtem Zustand gibt die Rinde zusätzliche Anhaltspunkte, um welchen Baum es sich handelt. Die Rindenstruktur kann überwiegend glatt sein oder rissig. Manche Baumrinden alter Bäume sind von tiefen Furchen durchzogen. Bei einzelnen Baumarten, wie beispielsweise bei Platanen, lösen sich kleine Rindenplatten und platzen vom Baum wie Schuppen ab.

Auch die Rindenfarbe ist typisch für einen Baum. Allgemein bekannt ist die weiße Rinde der Birke. Ähnliche Rinden mit weißlichen Partien gibt es auch bei der Weißpappel. Die Rindenfarbe kann von hellbraun über rötliche Töne bis grau oder dunkelbraun sein.

Eine Baumerkennung an der Rinde des Baumes ist allerdings eher etwas für Experten, da es viel Übung bedarf.

Blüten

In einer kurzen Periode blühen auch die Bäume. Es gibt Blüten mit Blütenblättern, Staubbeuteln und Narbe, wie bei den Obstbäumen. Oft sind die Blüten jedoch völlig anders geformt, als wir es von niedrigen Pflanzen kennen. So hängen bei einigen Bäumen unscheinbare Blüten ohne Kronblätter aufgereiht herab, dann spricht man von Kätzchen (Weide) oder Rispen (Bergahorn). Die meisten Pflanzen sind einhäusig, das heißt, dass die Narbe und die Staubbeutel am selben Baum wachsen. Bei Bäumen kommen auch Spezies vor, die zweihäusig sind. Das bedeutet, dass es rein männliche Bäume gibt und rein weibliche. Bei vielen Laubbäumen ist die Blüte unscheinbar (Baumhasel)

Früchte

Die Baumfrüchte sind ein sehr charakteristisches Merkmal bei der Baumerkennung. Leider steht dieses Merkmal nur bei ausgewachsenen Bäumen während einer kurzen Zeit im Jahr zur Verfügung. Neben Sammelfrüchten, wie Apfel, Birne usw. gibt es bei Laubbäumen Steinfrüchte (Kirschen, Pflaumen usw.), Nüsse (auch Bucheckern und Eicheln) und Flugfrüchte, deren Samen flügelähnliche Ausbildungen haben (Ahorne, Eschen).

Informationen zur Nadelbaumerkennung